Google-Unternehmensprofil für Ärzte richtig optimieren
Ein gutes Google-Unternehmensprofil beantwortet in wenigen Sekunden die wichtigsten Fragen: Ist das die richtige Praxis? Wo liegt sie? Wann ist sie erreichbar? Welche Fachrichtung und Leistungen werden angeboten? Wie kann ein Termin vereinbart werden? Für Arztpraxen kommt eine zusätzliche Herausforderung hinzu: An einem Standort können eine Praxis, mehrere Ärztinnen und Ärzte oder eigenständige Abteilungen auftreten. Diese Profile müssen nach den Google-Richtlinien sauber strukturiert werden.
Praxisprofil und Ärzteprofile unterscheiden
Eine Praxis oder Einrichtung kann ein eigenes Profil besitzen. Öffentlich tätige einzelne Ärzte können unter bestimmten Voraussetzungen ebenfalls als individuelle Fachpersonen geführt werden. Nicht jede Spezialisierung rechtfertigt jedoch ein weiteres Profil, und reine Supportfunktionen sind keine eigenen Unternehmen.
Bevor neue Profile angelegt werden, sollte der Bestand geprüft werden. Dubletten, frühere Praxisnamen oder Profile ausgeschiedener Ärzte können Bewertungen und Sichtbarkeit verteilen. Löschen ist nicht immer die beste Lösung; je nach Fall kommen Übernahme, Zusammenführung, Schließung oder Aktualisierung infrage.
Der Praxisname muss der Realität entsprechen
Der Profilname sollte der tatsächlichen Bezeichnung auf Website, Beschilderung und Geschäftsausstattung entsprechen. Zusätzliche Suchbegriffe wie „bester Orthopäde Regensburg“ gehören nicht in den Namen, wenn sie nicht Teil der offiziellen Bezeichnung sind.
Bei einer Übernahme oder Umbenennung sollte geprüft werden, wie stark sich Identität und Leistung verändern. Eine vorschnelle Neuanlage kann vorhandene Historie verlieren.
Die richtige Hauptkategorie wählen
Die Hauptkategorie ist ein starkes Signal. Sie sollte die zentrale Fachrichtung möglichst präzise abbilden. Nebenkategorien ergänzen echte weitere Tätigkeiten, dürfen das Profil aber nicht mit jeder denkbaren Leistung überladen.
Leistungen können zusätzlich im Profil und auf der Website beschrieben werden. Die Website bleibt der Ort für ausführliche, fachlich differenzierte Informationen.
Öffnungszeiten, Sprechzeiten und Erreichbarkeit sauber erklären
Patienten unterscheiden nicht immer zwischen Öffnungszeit, telefonischer Erreichbarkeit, Akutsprechstunde und Terminsprechstunde. Das Profil sollte die praktisch nutzbaren Zeiten korrekt abbilden. Sonderöffnungszeiten an Feiertagen oder bei Urlaub sind zeitnah zu pflegen.
Widersprüche zwischen Google-Profil, Website und Telefonansage führen zu unnötigem Ärger und negativen Bewertungen.
Terminlink und Website auf die richtige Seite führen
Ein Terminlink sollte nicht pauschal auf die Startseite verweisen, wenn ein direkter Buchungsweg existiert. Bei mehreren Standorten oder Fachbereichen muss der Link zur passenden Auswahl führen. Gleiches gilt für Selbstzahlerleistungen, Videosprechstunden oder Kontaktformulare.
Tracking-Parameter können genutzt werden, um Anfragen aus dem Profil zu messen. Dabei sind Datenschutz und die Konfiguration der Analysewerkzeuge zu beachten.
Fotos schaffen Orientierung
Aktuelle Außenansicht, Eingang, Empfang, Wartebereich, Behandlungsräume und Team helfen Patienten, die Praxis zu erkennen. Bilder sollten professionell, realistisch und aktuell sein. Überinszenierte Stockfotos lösen das Orientierungsproblem nicht.
Beim Fotografieren sind Persönlichkeitsrechte und Datenschutz zu beachten. Patienten dürfen nicht beiläufig erkennbar abgebildet werden.
Bewertungen professionell verwalten
Praxen dürfen um ehrliches Feedback bitten, sollten aber keine Gegenleistung anbieten oder nur besonders zufriedene Patienten auswählen. Antworten auf Bewertungen müssen die ärztliche Schweigepflicht respektieren. Selbst die Bestätigung, dass eine Person Patient war, kann problematisch sein.
Ein klarer interner Prozess hilft: Bewertungen regelmäßig prüfen, sachlich reagieren, offensichtliche Richtlinienverstöße melden und wiederkehrende Kritik als Organisationssignal auswerten.
Beiträge und Aktualisierungen gezielt einsetzen
Google-Beiträge eignen sich für neue Leistungen, geänderte Sprechzeiten, Teamvorstellungen, Informationsabende oder Praxisnews. Sie ersetzen keine grundlegenden Leistungsseiten. Regelmäßigkeit ist hilfreich, aber Qualität und Aktualität sind wichtiger als ein starrer Postingplan.
Medizinische Werbung muss sachlich bleiben. Heilversprechen, irreführende Vorher-Nachher-Darstellungen oder unzulässige Superlative gehören auch im Google-Profil nicht in die Kommunikation.
Monatlicher Check statt einmaliger Einrichtung
Das Profil ist kein abgeschlossenes Projekt. Nutzer können Änderungen vorschlagen, Google kann Kategorien anpassen und alte Informationen aus anderen Quellen übernehmen. Monatliche Kontrollen von Daten, Bewertungen, Bildern, Fragen und Links verhindern schleichende Fehler.
Bei größeren Praxen sollte festgelegt sein, wer intern freigibt und wer technisch verwaltet. Agenturzugänge sollten sauber über Rollen vergeben werden, nicht über gemeinsam genutzte Passwörter.
Häufige Fragen
Darf jeder Arzt ein eigenes Google-Profil haben?
Öffentlich tätige einzelne Fachpersonen können grundsätzlich profilberechtigt sein, wenn sie direkt am verifizierten Standort erreichbar sind. Die konkrete Struktur sollte anhand der Google-Richtlinien geprüft werden.
Soll eine Praxis bei einer Übernahme ein neues Profil anlegen?
Nicht automatisch. Zuerst sollten bestehendes Profil, Bewertungen, Namensänderung und tatsächliche Kontinuität geprüft werden.
Wie oft sollte das Google-Profil aktualisiert werden?
Mindestens monatlich und zusätzlich bei Änderungen von Öffnungszeiten, Team, Standort, Telefonnummer oder Terminwegen.
Verbessern viele Google-Beiträge automatisch das Ranking?
Nein. Beiträge können Aktualität und Nutzerinformation unterstützen. Für lokale Sichtbarkeit zählen auch Relevanz, Entfernung, Bekanntheit, Website, Kategorien und konsistente Daten.
Quellen und weiterführende Hinweise
- Google: Richtlinien zur Präsentation eines Unternehmens: https://support.google.com/business/answer/3038177?hl=de
Über RENOARDE
RENOARDE ist eine familiengeführte Full-Service-Werbeagentur für digital-design + marketing aus Regensburg, gegründet 2001, mit Niederlassungen in Wien und Berlin. Die Agentur begleitet Arztpraxen, medizinische Einrichtungen und Medizintechnik-Unternehmen von Strategie und Corporate Design über Website, SEO, GEO und Content bis zu Foto, Video, Social Media, Print und laufender Betreuung.
Erfahrung besteht unter anderem aus Projekten für Curium Nuklearmedizin, Cardinal Health, 2Bind Biotech sowie spezialisierte Arztpraxen und medizinische Experten.
Autor Reinhold Bayer RENOARDE · Osterhofener Str. 12 · 93055 Regensburg · Telefon 0941 568 13 619 · Mobil 0171 315 9321 · letsgo@renoarde.de · www.renoarde.de